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Bistum Regensburg I Petition für mehr Humanismus

„Ich sagte dem Bischof: Wir lassen uns nicht kaufen“

Erneut wurden schwere Vorwürfe gegen die Kirche im Missbrauchsskandal erhoben. Der Kriminologe Christian Pfeiffer, der die erste Untersuchung zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche leitete, spricht nun öffentlich. Er erzählt wieso die Untersuchung gescheitert ist, wieso die Kirche versucht zu zensieren und kontrollieren und warum er das Schuldbewusstsein der Bischöfe nicht ernst nehmen kann.

„Wenn du dich weigerst, bist du ein Feind der katholischen Kirche und das wünsche ich niemanden!“

Bischof Ackermann zu Christian Pfeiffer

So hat die katholische Kirche nach den ersten erschreckenden Erkenntnissen über das Ausmaß des Missbrauchs den Kriminologen Pfeiffer mehrmals unter Druck gesetzt, die Ergebnisse zu zensieren und zu kontrollieren. Der Generalvikar Michael Fuchs vom Bistum Regensburg versuchte von Anfang an, Kontrolle über die Forschung auszuüben und kehrte nach erfolglosen Versuchen dem Untersuchungsgremium den Rücken. Pfeiffer schrieb einen Brief an Bischof Hans Langendörfer und betonte, dass die Zensurwünsche der Kirche schaden würden und ihn dieses Vorgehen an die DDR erinnere. Eine Antwort blieb aus.

Besonders als Pfeiffer ansprach, dass er einen Zusammenhang zwischen dem Zölibat und dem Missbrauchstaten herstellen könnte wurde er massiv genötigt und bedroht. Sogar der Staatssekretär Josef Lange (CDU) aus dem Wissenschaftsministerium Niedersachsen betonte bei Verhandlungen er sei „hier als Freund der Kirche und nicht in seiner Funktion“ und versuchte die Untersuchungen an die Bedürfnisse der Kirche anzupassen.

Nachdem Professor Christian Pfeiffer sich nicht einschüchtern ließ, beendete die Kirche die Zusammenarbeit. Die katholische Kirche forderte prompt von dem Kriminologen, dass er einen Vertrag unterzeichnen solle, dass er über die Zensur- und Kontrollversuche schweigen würde. Sollte er nicht unterzeichnen, sei er „ein Feind der katholischen Kirche und das wünsche er niemanden“. Zudem kündigten die Würdenträger an, seinen Ruf in der Öffentlichkeit massiv zu attackieren. Als auch dies verweigert wurde, beantragte die Kirche eine einstweilige Verfügung mit einer Strafe von 250.000€, wenn Pfeiffer über die Vorfälle sprechen würde. Der Kriminologe antwortete, indem er 119 Landgerichten eine Schutzschrift mit konkreten Belegen für die Zensur- und Kontrollversuche schickte und gewann vor Gericht.

Besonders perfide dabei ist, dass einerseits der Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann massiv versuchte, zu vertuschen und Kontrolle auszuüben und andererseits sogar der Vorsitzende der Bischofskonferenz Kardinal Marx in die Kontroll- und Zensurwünsche involviert war. Das passt so gar nicht zu dem Bild eines Missbrauchsbeauftragten und eines Bischofs, der in der Öffentlichkeit mehr Transparenz fordert und sich angeblich für die Missbrauchstaten „schämt“.

Christian Pfeiffer bestätigte im Zeit Interview nochmals wie groß das Ausmaß der Manipulationen in der Studie war. In den Diözesen wurde teilweise gewitzelt: „Jetzt wird geschreddert, weil die Wissenschaftler kommen!“. Es wurde laut Pfeiffer durch die Manipulation und Aktenvernichtung jegliche Grundlage einer umfangreichen Opfer- und Täteruntersuchung zerstört. (Quelle)

Wir halten an unseren Forderungen fest. Bitte helft uns weiterhin, den Druck zu erhöhen und teilt die Kampagne mit Euren Freunden auf Facebook, Whatsapp usw.


Benedikt XVI. Thesen zum sexuellen Missbrauch

Der ehemalige Papst Benedikt hat einen Aufsatz über den sexuellen Missbrauch innerhalb der Kirche geschrieben und darin den Schuldigen gefunden: die 68er Revolution und die Säkularisierung (Trennung von Staat und Kirche).

Anstatt sich wie versprochen in Schweigen und Beten zu üben, wettert der Ex-Papst nun über die Entfremdung der Gesellschaft zur Kirche. Benedikt XVI. ist sich sicher: Wenn die katholische Sexualmoral noch so verbreitet wäre wie vor der 68er Revolution, wären die Missbräuche innerhalb der Kirche nicht vorgekommen. Er geht sogar soweit, dass die Kirche gegenüber diesen Veränderungen „wehrlos“ war und nicht präventiv agieren konnte. Auch die sexuelle Aufklärung an Schulen im Unterricht identifiziert er als einen Grund, der zu den Missbrauchs-Skandalen geführt haben soll. Frei nach dem Motto „Immer sind die anderen Schuld!“.

Wir sind der Meinung, die Kirchenoberhäupter sollen endlich aufhören die Schuldigen für Ihre Verbrechen außerhalb der eigenen Reihen zu suchen. Stattdessen soll endlich damit angefangen werden, die innerkirchlichen Probleme anzugehen und dafür zu sorgen, dass weiterer Missbrauch verhindert wird.

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Unsere Forderungen für mehr Humanität

Als humanistische Organisation fordern wir das Bistum Regensburg auf die folgende Punkte umzusetzen, bzw. sich auch innerkirchlich für diese Forderungen zu positionieren:

„An Ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“


1. Johannes 2,1-6

  1. Jede Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung im kirchlichen Rahmen unverzüglich polizeilich anzuzeigen,
  2. die systematische Vertuschung des Missbrauchs zu beenden,
  3. die saubere wissenschaftliche Untersuchung durch ein externes Gremium mit Zugang zu allen Originalakten zu ermöglichen,
  4. eine Stiftung zugunsten der  im kirchlichen Zusammenhang Geschädigten zu gründen,
  5. die kirchliche Sexualmoral und -pädagogik an die wissenschaftliche Anthropologie anzupassen,
  6. wegen Sexualdelikten vorbestrafte Geistliche nur noch dort zu beschäftigen, wo sie keinen unkontrollierten Zugang zu schutzbedürftigen Gruppen besitzen,
  7. eine Intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit potentiellen Ursachen von Missbrauch wie bspw. dem Zölibat.

Unterzeichnen Sie die Petition und helfen Sie uns, den öffentlichen Druck zu erhöhen. Jede Stimme zählt. Bitte teilen Sie diese Seite mit Ihren Freunden, Familien, Bekannten und Kollegen.

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